Guido Zernatto

Guido Zernatto, geboren am 21. Juni 1903 in Treffen (Kärnten) und verstorben am 8. Februar 1943 in New York (USA), Schriftsteller und Politiker (VF). Onkel von Christof Zernatto.

1929 Sekretär der Bundesführung des Heimatschutzes, 1930/1931 des Heimatblocks, 1934 Bundeskulturrat, ab Mai 1936 Staatssekretär im Bundeskanzleramt und Generalsekretär der Vaterländischen Front. Ab 1938 Bundesminister ohne Portefeuille. Führte 1936-1938 Verhandlungen mit den National-Sozialisten. 1938 Fluch nach Frankreich, 1940 in die USA. 1941 Assistent Professor für politische Wissenschaften an der Fordham University. Autor und Lyrik und Romanen.

Das Jahr 1930 bescherte ihm nicht nur eine schwere Nierenerkrankung sondern auch den, unter 550 Bewerbern errungenen, Lyrikpreis der "Kolonne" in Dresden. Mit den Bänden "Gelobt sei alle Kreatur" und "Die Sonnenuhr" eroberte er sich den gesamten deutschen Sprachraum.

Seine Ausdrucksmittel sind, bei unkompliziertem Versmaß, HOchsprache und Mundart. Seine Themen, ländliche Alltäglichkeiten in gläubiger, melancholischer, österreichischer Resignation, mit echter romantischer Wertung, wie sich Prof. Johann. Pettauer im Kärntner Volksblatt Nr. 36 äußerte.

Nun zwei kurze Gedichte von ihm, welche den Seelenzustand Zernatto's in seinen Jahren in New York treffend darstellen.

Glaub nicht, dass Gott auf dich vergas.

Du bist der letzte Knecht von Gottes Knechten.

Und was bei dir ein Maß ist, ist bei Gott kein Maß.

Vermiss dich nicht, mit Ihm, dem Herrn, zu rechten.

 

Dieser Wind der fremden Kontinente bläst mir noch die Seele aus dem Leib.

Nicht das Eis lähmt mir das Frostgewohnte und die Schwüle nicht das lang entthronte Herz,

das leer ist wie ein ausgeweintes Weib.

Dieser Wind der fremden Kontinente hat den Atem einer andern Zeit.

Andere Menschen, einer andern Welt geboren, mag's erfrischen.

Ich bin hier verloren wie ein Waldtier, das in Winternächten schreit.

(Zusammengefasst von K. Kalin 2007)

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Elli Riehl

Elli Riehl, die am 19. Dezember 1902 in Villach geboren wurde, war schon als Kind sehr mit der Natur verbunden und liebte es, mit ihrem Hund lange, einsame Spaziergängen zu unternehmen. Auch später blieb in ihrem Herzen die Erinnerung an die glückliche Kindheit bestehen und um diesen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, begann Elli Riehl, 28-jährig, in einer wirtschaftlich schwierigen Zeit mit der Arbeit an Puppen. Nach dem Tod ihres Mannes, mit dem sie nur kurze Zeit zusammen gewesen war, hielt sie nichts mehr in Villach und sie zog zu einer befreundeten Bäuerin nach Buchholz in das Gegendtal. So wurde ihr Wunschtraum vom "Häuschen hoch oben in den Bergen" Wirklichkeit. Dort kam Elli Riehl mit dem harten Leben der Bergbauern in Berührung und lernte diese zu verstehen und zu lieben. Besonders die Bergbauernkinder ihrer Umgebung hatte sie bald ins Herz geschlossen, was sicher dazu beitrug, dass viele wundervolle Kinderfiguren entstanden. Im Jahre 1950 übersiedelte Frau Riehl mit Dr. Kraus nach Winklern zur Familie Thomas Berger, wo sie die nächsten 27 Jahre ihres Lebens verbrachte. Mit Dr. Kraus, der sie bis an sein Lebensende begleitete, unternahm sie viele gemeinsame Wanderungen, bei denen er seiner um etliche Jahre jüngeren Begleiterin ganz Kärnten zeigte. Bei diesen Spaziergängen versanken beide in lange Gespräche über Geschichte, Kuns oder Religion und für Elli Riehl tat sich eine neue Welt auf.

Nun begann die "Puppenmacherin" auch ihre Mitmenschen zu porträtieren und diese ersten unverkennbaren Figuren blieben sogar einige der schönsten. Erst jetzt wurde die Arbeit an den Puppen zum Lebenswerk Elli Riehls. Im Laufe dieser Jahre wurden ihre Puppen "ihre Kinder", wie sie sie nannte, begehrte Sammelobjekte. Sie saß stundenlang, im Winter vor ihrem Kachelofen und im Sommer in der würzigen Luft auf dem Balkon, in ihre Arbeit versunken und immer neue Vorstellungen von Puppenfiguren trieben sie zu unermüdlichem Werken. Bald nach dem Tod von Dr. Kraus entschloss sich Elli Riehl im Jahr 1973, ihre Puppen allen interessierten Menschen zu Zeiten und richtete daher in ihrer Wohnung ein kleines Puppenmuseum ein, welches sie später der Gemeinde Treffen schenkte. In dieser Zeit arbeitet sie Tag und Nacht und noch einmal auf ihr Leben zurückblickend, war sie glücklich und zufrieden, ihr Talent genützt und so vielen Menschen Freude bereitet zu haben. Elli Riehl Museum heute "Elli Riehl Puppenwelt" in Treffen sowohl von jungen als auch von älteren Menschen besucht und die Lebensfreude, die Elli Riehl in ihre Puppen einarbeitete, überträgt sich auf jeden, der die Figuren betrachtet. Man sollte es wirklich nicht versäumen, das Lebenswerk dieser ungewöhnlichen Frau, die trotz vieler harter Zeiten immer fröhlich war, anzusehen. In der ehemaligen Wohn- und Arbeitsstätte Elli Riehls bei der Familie Berger in Winklern bei Treffen sind heute ca. 650 ihrer schönsten Puppen zu bewundern.

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Mag. Helmut Machhammer

Mag. Helmut Machhammer wurde 1962 in Kalwang geboren. Er besuchte von 1989-1985 die Akademie der Bildenden Künste in Wien. Er erhielt 1985 sein Diplom bei Joannis Avrimides. Mag. Helmut Machhammer leitet seit 1989 das Internationale Bildhauersymposion Krastal in Kärnten. Er lebt und arbeitet in Wien, Kalwang und im Krastal.

Über die Darstellung kommt er zur Körperlichkeit und über die Körperlichkeit zur Einfühlung und damit zur Aussage. Die Skulptur "Purzeln" wird er von Zeit zu Zeit in fünf verschiedene Positionen drehen, sodass sich die Ansicht, der Ausdruck und die Aussage jeweils ändert.

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Otto Eder

Otto Eder wurde 1924 in Seeboden am Millstätter See geboren. 1941 besucht er die Klasse für Bildhauerei an der Kunstgewerbeschule in Villach. 1945 arbeitet er in der Kirchenbildhauerwerkstatt Neuböck in Graz. 1946-1948 studiert er Bildhauerei bei Walter Ritter in Graz. Es entstehen erste Holzskulpturen, 1949-1951 studiert er bei Fritz Wotruba. Schon bei seinem ersten Torso habe er, Otto Eder, nach einer Form, einem System gesucht, das der Klassik zugrunde liegt. Ab Mitte der 60er Jahre arbeitet Eder regelmäßig im Steinbruch im Krastal. Eder ist Gründer des Vereins Begegnung in Kärnten - Werkstätte Krastal. Er verstirbt durch Freitod 1982.

Peter Baum: "Eder ist ein Bildhauer der Stille, des genauen Abwägens von Formen... Seine 'Liegenden' und 'Stehenden' sind in ihrer abstrakten Tendenz Zeugnisse geglückten Bemühens, frauliche Symbole zu schaffen, die Vitalität und Kraft besitzen, andererseits aber auch eine geistige Haltung bekunden, die in ihrer Schlichtheit glaubwürdig ist." Mehr als Skizzen zu Eders Plastiken sind seine Darstellungen auf dem Karton von Zigarettenpackungen. Diese Zeichnungen erläutern laut Otto Breicha Eders plastisches Werk wie nichts sonst.

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Rudolf Sommer

Gründungsmitglied der Künstlervereinigung Kärnten, Mitglied der Berufsvereinigung bildender Künstler Österreichs, Mitglied des Kulturforums Mödling und Preisträger des österreichischen Graphikwettbewerbes Innsbruck 1988.

Rudolf Sommer ist 1941 in Rosenbach geboren und er absolvierte die Volks-, Hautschule und Handelsakademie in Villach. Zwei Jahre in der ÖBB mit Fahrdienstleiterausbildung waren der nächste Abschnitt seines Lebens. Von der Bundesbahn wechselte er in die Verwaltung des Landeskrankenhauses Villach.

Neben seiner beruflichen Tätigkeit als Leiter der Rechnungsabteilung hat er an Holz, Papier und Stein seine phantasievolle Handschrift unverkennbar hinterlassen. Ob er aus dem Gailfluss angeschwemmte Baumwurzeln zu eindrucksvollen Objekten werden ließ - ob er an langen Winterabenden in seinem Atelier auf Papier durch dicht aneinander gereihte Tuschefederstricke Gedanken seines phantastischen Realismus - oder ob er im Krastaler Steinbruch an Metaphern erinnernde Objekte entstehen ließ - seine einzigartige Phantasie konnte er in jeder Sparte umsetzen. Er wusste dadurch Bewunderer zum Nachdenken zu zwingen und Kritiker zu begeistern. Ausstellungen, die den Künstler durch ganz Europa führten, ließen Interessierte an seinem Schaffen teilhaben.

Ausstellungen:

  • 1976 Nationaltheater Luxemburg und Stadttheater Esch in Luxemburg
  • 1977 Schloss Charlottenburg in Kopenhagen, Sparkasse Ratzenburg in der BRD, österreichisches Generalkonsulat in München, San Maria di Feletto in Italien und Kongresshaus Villach
  • 1978 Universität Klagenfurt und Kongresshaus Villach
  • 1979 Warmbad Villach, Stadthaus Klagenfurt, Kongresshaus Villach, Ausstellungstournee Polen (Bialystok, Krakau, Torun, Olsztyn, Opole und Warschau)
  • 1980 Sparkasse Velden und Kongresshaus Villach
  • 1981 Kongresshaus Villach, Sparkasse Velden und Kongresshaus Ciermont-Ferrant in Frankreich
  • 1982 Warmbad Villach
  • 1983 Kirche St. Peter a.d. Speer, Wiener Neustadt, Kongresshaus Villach, Kunstarena Finkenstein, Kongresshaus Seeboden, Schloss Porcia Spittal an der Drau und Stadttheater Klagenfurt
  • 1984 Kongresshaus Villach, Traklhaus Salzburg und Schloss Porcia Spittal an der Drau
  • 1985 Kongresshaus Villach, Stadthaus Klagenfurt und Stadtmuseum Mödling
  • 1986 Rathaus Schöneberg in Berlin, Galerie an der Stadtmauer in Villach und Kulturhaus Ledenitzen
  • 1987 Österreichisches Kulturinstitut in Paris
  • 1988 Preisträger des 21. Graphikwettbewerbes Inssbruck
  • 1989 BV-Galerie in Klagenfurt und Schloss Porcia
  • 1990 Haus Neuwirtl in Treffen
  • 1992 Bang & Olufsen Center in Wien, Heimat-Bürogebäude in Villach und Kötschach-Mauthen
  • 1994 BKS in Villach und Projekt Landesarchiv
  • 1995 Schloss Öhringen
  • 1998 Café del' Arte in Villach

Ankäufe:

Kärntner Landesregierung, Bundesministerium für Unterricht und Kunst, Land Kärnten, Stadtgemeinde Villach, ua.

Pressestimmen:

Rudolf Sommer, ein Universaltalent, lässt besonders schön gearbeitete Skulpturen in Gummerner Marmor sprechen. Auch ordnet er seine Stricktechnik gleich der pointillistischen an. Eine Seltenheit. (Elise Roland, Süd-Ost-Tagespost vom 30.09.1982)

Aber das Beste sind die von ihm aus Gummerner Marmor gefertigten drei Plastiken, die von so bestechender, ausgewogener Form sind, dass man der Versuchung widerstehen muss, sie nicht anzufassen. Jede einzelne dieser schneeweißen Plastiken fordert heraus und beruhigt gleichzeitig durch ihre gelungene Komposition. (EWO, Volkszeitung vom 21.11.1984)

Sein Atelier in Seespitz 10 bei treffen zieren übervoll anmutende, marmorne Plastikskulpturen ... die Rede ist von Rudolf Sommer, Gründungsmitglied der "Künstlervereinigung Kärnten" und Mitglied der "Berufsvereinigung Bildender Künstler Österreichs". Als Bildhauer meißelt, feilt und poliert er speziell aus Gummerner Marmor schneeweiße, oft hauchdünne Gebilde - einer Blume oder einem Vogel ähnlich von seltener Schönheit und graziler Faszination. Das reiche künstlerische Schaffen Rudolf Sommers fand bei vielen nationalen und internationalen Ausstellungen Beachtung und Respekt. (Mag. Dr. Rupert Auernig, KTZ vom 15.02.01986)

Längst fällig war eine umfangreiche Personalausstellung des heimischen Kulturschaffenden Rudolf Sommer, eines Malers, Graphikers und Bildhauers, der nach eigenen Aussagen die "Darstellung frisierter und unfrisierter Gedanken" zum Thema seiner Arbeiten gemacht hat. (Ilse Spielvogel, Kleine Zeitung vom 27.02.1987)

Unsere Absolventen sind nicht nur in der Wirtschaft erfolgreich, sondern auch in der Kunst. Wir haben in der Februarausgabe 1987 Rudolf Sommer, einen weit über unsere Landesgrenzen hinaus bekannten Künstler vorgestellt. Es freut uns jetzt ganz besonders, unserem Absolventen zur Verleihung des Preises der Raiffeisenzentralkasse Tirol anlässlich des 21. österreichischen Grafikwettbewerbes 1988 in Innsbruck gratulieren zu dürfen. (Mag. Werner Stadtschreiber, Absolventenzeitschrift HAK Villach)

Die Absicht, Gegenwärtiges kritisch und mit Abstand darzustellen, ist auch in Sommers Marmorplastiken erkennbar. Allerdings vermutet man hier eher ein ästhetisches Spiel mit Licht und Farbe. (Ulrike Greiner, Krone vom 04.02.1989)

Rudolf Sommer, Jahrgang 1941, Autodidakt und talentierter unruhiger Maler-Geist, zeigt auch Marmorplastiken, die nicht nur exakt durchdachte Kompositionen darstellen, sondern Ästhetik besitzen, die durchaus imstande ist, positive Reaktionen hervorzurufen. (uhl. Landeszeitung vom 09.02.1989)

Der Oberkärntner Maler und Bildhauer Rudolf Sommer erweist Harry Jeschonigs Kunsttempel die Ehre. In der Klagenfurter BV-Galerie sind akribische, immer wieder ironische Inhalte vermittelnde Federzeichnungen sowie Skulpturen zu sehen, die Sommer als ernstzunehmenden Plastiker ausweisen. (H.E., KTZ vom 08.02.1989)

Nicht auf Blättern, sondern in soliderem Material - Marmor vorzugsweise - schafft Sommer Skulpturen, die den Mann der Strichelchen vergessen lassen. Dass ein und derselbe Künstler die quasi chinesischen Kunstspiele kratzt und den Marmor der Ewigkeit bebaut, ist ungewöhnlich. Ein Besucher der Ausstellung hat gemeinde, man wäre versucht, seine Hände auf diese kühlen Figuren zu legen und sie dort ruhen zu lassen. Der Mann hat, ohne es zu wissen, ein wesentliches Kriterium für die Beurteilung jeder Plastik geliefert. Dass Rudolf Sommer diesem Kriterium genügt, ist kein geringerer Vorzug dieser interessanten Persönlichkeit. Muss noch gesagt werden, wie in verschiedenen Ausstellungen im In- und Ausland der Name Sommer zunehmend zu einem Marktenzeichen  wird ? Soll, vom "österreichischen Grafikwettbewerb Innsbruck" im vergangenen Jahr berichtet werden, wo 728 Künstler 2018 Arbeiten einsandten und Sommer einen Preis gewann? Das ist eigentlich nicht notwendig, wenn man weiß, dass sich Qualität auch im verwirrenden Dschungel zeitgenössischer Kunstäußerungen noch immer durchsetzt. ( Dr. Wolfgang Gaugihofer, Ausstellungsbericht im Landesstudio Kärnten vom 15.04.l1989)

Von Holz über Tusche zu Stein. Mit vorstehendem Titel ist zumindest der Werdegang in der künstlerischen Entwicklung des heimischen "Allrounders" Rudolf Sommer aus Seespitz dargelegt neben dem Begriff "einfach schön" ergehen sich die vom Bildhauer hauptsächlich aus Krastaler Marmor sehr sensibel erarbeiteten und gestalteten Plastiken in zum Nachdenken anregender Symbolhaftigkeit, wozu sein mit "Fremdsteinen" betriebenes Spiel mit Licht und Farbe nicht unwesentlich beiträgt (Dezember 1990)

Namhafte Künstler wie Gerhard Feuchter, Rudolf Sommer, Peter Raunig, Herbert Schwei, Bernd Meschik, M. H. Bodendsdorfer und Wilhelm Pleschberger ließen erkennen, welch bereits Spektrum postmodernen Kunst unser Land zu bieten hat. (P. Krawath, vom 21.10.1992)

Teilnahme Rudolf Sommers am Künstlerischer Wettbewerb zum Neubau des Kärntner Landesarchives neben Werner Hofmeister, Cornelius Kolig und Bernd Svetnik. (1994)

Krastaler Marmor: Kunst mit Weltruf. Heute kann man Rudolf Sommer kaum noch als Hobbykünstler bezeichnen. Seine Ausstellungen erstrecken sich von Österreich nach Luxemburg über Kopenhagen bis nach Berlin. Er hat sich zu einem international anerkannten Maler und Plastiker entwickelt. Seine Werke fanden bei Kritik und Publikum großen Anklang. (Silvia Filipot, Visite, Juli 1994)

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Prof. Rudolf Kattnigg

Prof. Rudolf Kattnigg geboren am 9. April 1895. Er war der ältere der beiden Söhne des angesehenen Töbringer Arztes Dr. Rudolf Kattnigg, welcher in seinem Hause in der Villa Paula oft Kammermusikabende veranstaltete, zu denen namhafte Musiker, Sänger und Literaten eingeladen wurden. Beide Söhne erhielten bereits in jungen Jahren Klavierunterricht. Der ältere der beiden Söhne, Rudolf, war bereits in der Schulzeit ein gern gehörter Pianist bei Soireen und anderen Gesellschaften.

Ein kurzer Lebenslauf: Nach der Volksschule besuchte er das humanistische Gymnasium in Villach. Hier versuchte er sich bereits mit Kompositionen. Ab Herbst 1914 inskribierte er an der juristischen Fakultät in Graz. 1915 Einberufung zum Militär bis Kriegsende. Nach Graz zurückgekehrt wurde er wegen seines guten Klavierspieles zum Musikstudium nach Wien überredet. Nach vier arbeitsintensiven Jahren Abschluss der Dirigenten, Kompositions- und Opernschule an der Musikakademie in Wien. Er heiratete im Dezember 1924 die Brünner Gesangsstudentin Trude Kollinek.

Große Erfolge erzielte er mit den Aufführungen eigener Werke mit den Wiener Symphonikern im Großen Musikvereinssaal unter dem Dirigenten Leopold Reichwein. Es folgten weitere Uraufführungen in Innsbruck mit den Berliner Philharmonikern.

Um von der Musik leben zu können nahm er ein Angebot der Universal Edition Wien an und schrieb innerhalb von zwei Jahren (1937-1939) vier Opern. Den "Prinz von Thule", "Kaiserin Katharina", "Balkanliebe" und "Die Mädels vom Rhein".

Die Hauptrollen sang seine Gattin Trude. Mit dem Lied "Leise erklingen Glocken vom Campanile" hat er wohl sein bekanntestes geschrieben. Doch schrieb er auch ernste Musik, welche leider zu selten zur Aufführung gelang. So das "Vater unser", aufgeführt mit großem Orchester 1999 in der Kirche in Treffen mit der Blaskapelle Arriach und dem Gemischten Chor Gegendtal, auch die "Bilder aus Südkärnten", die "Slowenische Tänze", der "Themenwalzer" und der "Festhymnus" zur Wiedereröffnung des Villacher Hauptbahnhofes 1948 stammten aus seiner Feder.

In seinen letzten Lebensjahren zog es ihn immer öfter nach Treffen-Niederdorf zurück, wo er am 2. September 1955 an Kehlkopfkrebs verstarb.

Seine Gedenktafel befindet sich in der Südwand der Pfarrkirche in treffen neben der "Sonnenuhr" von Guido Zernatto dem Jüngeren. (Zusammengefasst von K. Kalin 2007)

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Georg Mayr Fürstbischof von Gurk

Georg Mayr wurde am 11. Juli 1768 in Treffen als Sohn eines nicht unbemittelten Gastwirtes  (Unterwirt) geboren. Seine Eltern waren Ursula (1744-1798) und Simon Mayr (1737-1820). Außer dem Gasthof nannten sie auch die "Schauerhube" ihr Eigen. Nach Absolvierung der Volksschule in Treffen besuchte er das Gymnasium in Klagenfurt wo er bei Bürgern der Stadt als Kostgänger wohnte. Er fiel durch seinen Wissensdrang und Ehrgeiz auf.

Seine Mitschüler verpassten ihm den Namen "der schöne Mayr", oder "unser Mayr, der Gelehrte"! Als Hörer der Philosophie und guter Mathematiker nahm er teil an der damals im oberen Drautal stattfindenden Landvermessung. Nach seinem Studium der Theologie am Grazer-Generalseminar bei dem er durch seine Geschicklichkeit und Rednergabe auffiel und von seinen Mitschülern und Vorgesetzten sehr geschätzt wurde, hatte er mit 22 Jahren sein gewünschtes Ziel erreicht und wurde am 22. August 1790 vom damaligen Fürstbischof von Gurk, Franz Xaver Graf Salm - Reifferscheidt, zum Priester geweiht.

Am 1. September 1790 trat er als Kaplan seinen Dienst in Malborgeth an. 1793 wurde er als Kaplan in die Sirnitz gerufen. Von 1796 bis 1809 war er Pfarrer in Malborgeth und musste die schweren Schlachten (17. Mai 1809) zwischen Franzosen und Österreichern miterleben. Danach war er bis zu seiner Bestellung zum Dechant von St. Veit an der Glan am 23. Juni 1810 im Kärntner Unterland an.

Auf Grund seines Einsatzes in der Hungerzeit, er ließ "türkischen Weizen" rationell anbauen, betraute ihn Kaiser Ferdinand I am 28. November 1818 mit dem Regierungsamt eines Gubernialrates, einem hohen Beamten in Verwaltung und Wirtschaft in Laibach, welches er am 15. Januar 1819 antrat und bis Ende März 1828 ausfüllte.

Er übernahm ein schweres Erbe, denn sein Vorgänger, Fürstbischof Jakob II Pelegrin Paulitsch, war bereits ein alter Mann und leitete die Diözese nur drei Jahre. So galt sein Kampf der hohen Schuldenlast und dem Wiederaufbau der verwahrlosten Gebäude, sowie der Restrauration des Bistums. Sein Scharm, Scharfsinn und seine Geschäftskenntnisse befähigten ihn, sich in höheren Kreisen mit Takt und Leichtigkeit zu bewegen. Trotz seiner Strenge in der Beobachtung kirchlicher Vorschriften wurden Klugheit und Anstand von ihm stets berücksichtigt. Seine Toleranz und vorsichtige Beurteilung und seine Behandlung fremder Verhältnisse waren sein oberstes Gebot.

Im Jahre 1820 ließ er seinen Eltern zu Ehre und Gedächtnis einen schönen Gedenkstein in der Vorhalle der Pfarrkirche ST. Maximilian, in der er auch getauft worden war, errichten. Er selbst starb am 22. März 1840 mit 72 Jahren und hinterließ große Trauer im Ganzen Kronland Kärnten. Seine letzte Ruhestätte fand er in der Fürstengruft zu Strassburg. Für Treffen war sein Erbe, die in seinem Todesjahr mit Peter Graf Goess gegründete "Trivialschule", am unteren Caprivaplatz, dort mussten mindestens drei Fächer gelehrt werden. (Zusammengefasst von K. Kalin 2007 - aus Carinthia No. 14 - 4. April 1840)

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Louise Boos-Zernatto

Bin i an Gedanknschlichtn,

fang i an a krad zan Dichtn

und was ausar kimb dabei,

is anarlei, zwaialei und von alln was dabei.

 

Louise Zernatto wurde am 18. Mai 1930 in Klagenfurt geboren. Nach der Übersiedlung nach treffen ins Elternhaus des Vaters Hans Zernatto, des Mitbegründers der Pomona Obstverwertung in St. Ruprecht bei Villach, verbrachte sie mit ihrem Bruder Elmar ihre Jugend und Schulzeit dort. Nach der Handelsschule bei den Ursulinen in Klagenfurt besuchte sie die Hotelfachschule in Salzburg. Um ihr Können zu vervollkommnen verbrachte sie Schulungsaufenthalte in der Schweiz, in London, Montreux und Mailand. In Österreich war sie ab 1952 im Hotel Exelsior in Velden am Wörthersee und anschließend 1954 in der Kurverwaltung in Badgastein tätig. Im Jahre 1958 heiratete sie den Grafen Franz Boos-Waldeck. Sie ließen sich 1970 in Niederösterreich, Südstadt, nieder und bekamen eine Tochter und zwei Söhne. 1986 erschien ihr erster Gedichtsband "Reimlan seind keman". Zeitlebens bleib sie ihrer Kärntner Heimat treu und dokumentierte dies durch ihre im Kärntner Heimatdialekt verfassten Gedichtsbände. So z.B. "I hon nix ztuan und so vül ztan", "Die Party", "Das Telephonat", "Reise nach Wien" und andere. Leider verstarb sie allzu früh mit 75 Jahren am 19. Januar 2005 und wurde fern der geliebten Heimat auf dem Friedhof in Südstadt begraben. (Zusammengefast von K. Kalin 2010)

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Regina Levkadia Ebner

Wia is es nach an schwarn Tagwek guat,

wann hetz awarme Stubn warn tuat.

Und is dar Tisch gedeckt zur rechtn Zeit,

macht an es Hamkem jedes Mal a freid.

Die Kindar kicharnt, kutarnt ohne Grund,

die Hauptsach, se seind alle halbwegs gsund.

Die Muattar teilt noch ane Kekslan aus

und auf an Knopfdruck kimp die Welt ins Haus.

Du siehgst das Scheane und du siehgst die Not,

und wia bedirbig um a Stickle Brot,

a hungrigs Kind die Hanlan virchnstreckt,

da könnt's leicht sein, dass dir ka Keks mehr schmeckt.

 

Regina Levkadia Ebner geb. Klembas geboren am 12. November 1930 in Treffen und Wohnhaft in Landskron. Regina Lvokodias Lyrik ist von einfacher Heiterkeit getragen und mutet in ihrer leichten Form wie eine Kinderzeichnung an. Sie schreibt aus der Erinnerung an ihre Kindheit, welche ein romantischer Schulweg durch die Schlossallee zur Waldschule in ihr an Eindrücken erweckte.

Nach abgeschlossener Hauptschule und der Kaufmannslehre im elterlichen Betrieb in Treffen heiratete sie 1953 und zog mit ihrem Mann Kurt Ebner nach Landskron.

Nicht nur die Mundart ist ihr vertraut, schrieb sie doch auch Texte in Hochsprache für Messen, welche von Walter Dick, "O, machet auf das Tor" und Josef Inzko, "An alles, Herr hast du gedacht" vertont, zum klingen gebracht wurden. (Zusammengefasst von K. Kalin 2010)

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Weitere prominente Kurzfassungen

Graf Theodor Karl Anton de La Tour en Voivre

Geboren 1845 in Mailand. Seit 1868 mit Elvine geb. Ritter von Zahony verheiratet, erwarb 1885 Gut und Schloß Treffen, er stirbt 1894 mit 49 Jahren kinderlos. Mit seinem Besitz und Erbe gründet die Gräfin Elvine ihre spätere Stifung de la Tour.

Stefan Kleinszig

Vom Almhalter zum Holzindustriellen und Hotelbesitzer. Geboren 1822 in Grahova (Dalmatien) seit ca. 1840 in Treffen als Almhalter beim Taboier in der Pölling, Köhler in Afritz, Holzknecht für die Bauern im Gegendtal, organisiert 1868 mit seinen Leuten Bahnschwellen und Bauholz für den Eisenbahnbau der Kronprinz Rudolf-Bahn, liefert Holz über Triest bis nach Ägypten, kauft den Schneeweißhof, von 1888-1920 Bürgermeister in Treffen, baut das erste Hotel am Ossiacher See, genannt Annenheim, welches namensgebend für Obersattendorf wurde!

Guido Zernatto der Ältere

1879 in Treffen geboren, Priester, Religionsprofessor und Dichter, Verfasser der Stadtgeschichte von Spittal an der Drau, dort 1952 verstorben und begraben.

Dr. Otto Zernatto

Geboren 1913 in Treffen, Dichter von "Marterln" Erzähler von Jagdgeschichten und exzellenter Beobachter der Tierwelt in Wald und Flur, verstirbt 1986 in Treffen.

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